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In den Niederschriften über Sitzungen des Gemeinderats der Gemeinde Dötlingen ist nachzulesen, dass bereits vor 1909 je zwei Handdruckspritzen in Brettorf und Dötlingen vorhanden waren. Mehrere Brände in der Bauernschaft Neerstedt gaben den Anlass, den zur damaligen Zeit völlig unzureichenden Feuerschutz zu verbessern. Die Löschhilfe aus Brettorf und Dötlingen war bei Bränden in der Bauernschaft Neerstedt war nicht ausreichend. Die „Anreise“ aus Brettorf und Dötlingen war bei den damaligen schlechten Wegeverhältnissen und bei schlechten Wetter mit den von Pferden gezogenen Handdruckspritzen sehr beschwerlich und zeitraubend. Einige verantwortungsbewusste Einwohner aus Neerstedt handelten. Durch einen 800 Mark hohen Zuschuss der Gemeinde, war es der Bauernschaft möglich eine Handdruckspritze zu erwerben. Kurz darauf wurde die zur Bedienung notwendige Spritzenmannschaft zusammengestellt. Diese Männer gelten heute als die Gründer der Feuerwehr Neerstedt. Für die Unterstellung der angeschafften Handdruckspritze stand das im Eigentum der Bauernschaft Neerstedt stehende Spritzenhaus zur Verfügung, das schließlich 1952 abgebrochen wurde.
Seit dem Bestehen der Wehren Brettorf, Dötlingen und Neerstedt haben sich stets genügend Einwohner aus der Gemeinde freiwillig für den Feuerwehrdienst zur Verfügung gestellt. Von „Freiwilligen Feuerwehren" spricht man in der Gemeinde Dötlingen jedoch erst seit 1933. In diesem Jahre wurden alle deutschen Gemeinden verpflichtet, Feuerwehren aufzustellen. Zu „Pflichtfeuerwehren" kam es aber nur in den Gemeinden, in denen bis dahin noch keine Feuerwehren vorhanden waren und sich keine 24 Mann für eine freiwillige Feuerwehr zur Verfügung stellten. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die alte Handdruckspritze durch eine Tragkraftspritze TS 8 ersetzt, für die 1950 ein Anhänger beschafft wurde.
Als die Ortsfeuerwehr Dötlingen 1953 ein neues Löschfahrzeug erhielt, wurde das alte kaum mehr einsatzfähige Fahrzeug in Neerstedt stationiert. Gleichzeitig wurde im Gebäude der Gemeindeverwaltung eine Garage mit Schlauchturm für die Neerstedter Wehr eingerichtet. Diese Garage wird heute immer noch verwendet – jedoch als Büro für den Bürgermeister der Gemeinde Dötlingen.
Im Jahr 1956 wurde das alte Löschfahrzeug durch ein modernes LF – TS auf Opel Blitz ersetzt. Nur vier Jahre später beschaffte die Gemeinde ein TLF 16 T von Magirus Deutz. Dieses Fahrzeug besaß einen 3.000 Liter fassenden Tank, welcher zeitweise auch zur Trinkwasserversorgung genutzt wurde. Dieses Tanklöschfahrzeug wird heute als Oldtimer von den Kameraden der Altersabteilung gepflegt und auf Veranstaltungen zur Schau gestellt.
Wiederum nur drei Jahre später wurde der Neerstedter Wehr ein LF 16 TS vom Bund bereit gestellt und 1967 folgte die Beschaffung eines Volkswagen Transporters, der als Mannschaftstransportwagen diente. Diesen finanzierten die Kameraden mit eigenen Mitteln, er wurde später jedoch durch einen neueren VW T3 ersetzt.
Die Anschaffung mehrerer großer Fahrzeuge machte 1969 den Bau eines größeren Feuerwehrhauses hinter dem Rathaus nötig.
Denn auch im Jahr 1970 beschaffte die Gemeinde ein damals hochmodernes Löschfahrzeug, ein TroTLF 16.
Erst im Jahr 1981 folgte die nächste Fahrzeugbeschaffung: Die Gemeinde finanzierte einen Gerätewagen GW-Z, welcher bei technischen Hilfeleistungen, insbesondere bei Verkehrsunfällen, zum Einsatz kam. Der Gerätewagen wurde 2004 zusammen mit dem TroTLF 16 ausgemustert.
1988 wurde der Feuerwehr Neerstedt ein LF 16 TS übergeben. Das neue Fahrzeug wurde vom Bund angeschafft und diente dem Katastrophenschutz. Es wurde der zweiten Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Oldenburg zugeteilt. Aufgrund einer Neuorganisation des Katrastrophenschutzes im Landkreis wurde das LF 16 TS im Jahr 1995 bei der Feuerwehr Harpstedt stationiert. Dort ist es heute noch im Einsatz.
Im Jahr 1991 beschaffte die Gemeinde Dötlingen der Ortswehr Neerstedt nach langen Verhandlungen ein Löschgruppenfahrzeug LF 16/12. Das Tanklöschfahrzeug von 1960 wurde mit dieser Neubeschaffung ausgemustert.
Neun Jahre später der bereits 20 Jahre alte VW T3 durch einen neuen Mannschaftstransportwagen auf VW LT 35 ersetzt.
Auf Grund sicherheitstechnischer Mängel im alten Feuerwehrhaus und stetig wachsenden Aufgaben der Feuerwehr, wurde es nach über 30 Jahren erforderlich, ein neues Feuerwehrgerätehaus für die Feuerwehr Neerstedt zu bauen. Der Neubau entstand im Neerstedter Gewerbegebiet „Auf dem Brink”. Im März 2002 wurden die Grundsteinlegung und das Richtfest gefeiert, über ein Jahr später dann, im August 2003, war das neue Gerätehaus schließlich bezugsfertig.
Im Jahr 2004 stand eine weitere große Neuerung bei der Feuerwehr Neerstedt an. Mit dem Kauf des aktuellen Tanklöschfahrzeuges 16/25 wurden das alte TroTLF 16 und der GW-Z ausgemustert. Das neue Tanklöschfahrzeug der Firma Rosenbauer verfügt über einen eingebauten 3000 Liter Wasser- und 200 Liter Schaummitteltank.Weiterhin wurden sämtliche Hilfeleistungsgeräte, die sich vorher auf dem GW-Z befanden, im Aufbau integriert.
Heute kennt die Freiwillige Feuerwehr Neerstedt noch keine Nachwuchssorgen. Der gute Geist, der seit ihrer Gründung in der Wehr herrscht, hat bisher ihren Fortbestand gesichert. Es finden sich immer wieder junge Mitbürger, die sich freimütig und uneigennützig dem Dienst an der Allgemeinheit verschreiben. Wenn die Pflicht rief, waren die Wehrmänner stets ausreichend und schnell zur Stelle. Ständige Ausbildung, die Fortbildung der Wehrmänner durch ihre Teilnahme an Lehrgängen und die intensive Vorbereitung für eine erfolgreiche Beteiliung an den alljährlichen Kreisfeuerwehrtagen mit den stattgefundenen Wettkämpfen haben die Freiwillige Feuerwehr Neerstedt zu einer schlagkräftigen Wehr gemacht, die sich mit anderen Wehren messen kann. Die Kameradschaft in der Wehr wird durch den Einsatz im Ernstfall, durch regelmäßige Übungen und durch die Teilnahme der Wehrmänner an den örtlichen Veranstaltungen gepflegt. Die Bevölkerung nimmt an den Veranstaltungen ihrer Wehr, der F.F.N.-Fete und das Osterfeuer einen regen Anteil. Mit der jährlichen Kranzniederlegung anläßlich des Volkstrauertages am Ehrenmal in Neerstedt dankt und gedenkt die Freiwillige Feuerwehr Neerstedt ihren gefallenen Kameraden. Der Freiwilligen Feuerwehr Neerstedt gehören zur Zeit 45 aktive Feuerwehrmänner und Frauen an, in der Altersabteilung werden 11 ehemalige aktive Feuerwehrmänner geführt.
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