Die Feuerwehr Dötlingen mit ihren drei Ortsfeuerwehren in Brettorf, Dötlingen und Neerstedt ist eine Freiwillige Feuerwehr. Das bedeutet, dass die Feuerwehrkräfte für ihre Arbeit kein Gehalt bekommen, sondern sich freiwillig und ehrenamtlich zum Schutz der Bevölkerung engagieren. Obwohl die Feuerwehrhäuser - wie es bei einer Berufsfeuerwehr üblich wäre - nicht dauerhaft besetzt sind, ist die Freiwillige Feuerwehr Dötlingen 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag in Bereitschaft. Egal ob mitten in der Nacht oder am Wochenende - die ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen sorgen in ihrer Freizeit für die Sicherheit in der Gemeinde.
Jede der drei Stützpunktwehren der Feuerwehr Dötlingen hat den gleichen Auftrag: Die Brandbekämpfung und die Hilfeleistung. Schwerpunktmäßig wurden zusätzlich drei Aufgabenfelder auf die einzelnen Feuerwehren übertragen. Brettorf ist für die durchgehende Bahnstrecke von Bremen nach Osnabrück im Bereich von Immer bis Wildeshausen zuständig und wurde deshalb mit einem Bahnrollwagen ausgestattet. Die Ortsfeuerwehr Dötlingen kümmert sich verstärkt um das Gelände der ExxonMobil Production GmbH, welche in Dötlingen den größten Erdgasspeicher Europas betreibt. Für die erweiterte technische Hilfeleistung - insbesondere Verkehrsunfälle - wurden die Neerstedter Kameraden in die Verantwortung genommen.
Aus- und Fortbildung
Um in einem Einsatzfall die Geräte sicher und routiniert einsetzen zu können, werden in jeder Ortsfeuerwehr einmal in der Woche Übungsdienste veranstaltet. In denen werden die Weiter- und Fortbildung auf den Geräten und theoretische Dienste vollzogen. Da die Feuerwehren selbst nicht alle Ausbildungsschwerpunkte abdecken können, besuchen die Mitglieder der Feuerwehren Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene. Nicht nur innerhalb der Ortswehren spielt sich der Übungsdienst ab, es werden auch gemeinsame Dienste durchgeführt. Dazu gehört die alljährlich stattfindende Gemeindealarmübung. Da dieses aber zu wenig ist, um eine Zusammenarbeit zu stärken, wird verstärkt auf gemeinsame Übungsdienste gesetzt, so dass eine Optimierung des Zusammenspiels im Einsatz erreicht wird.
Ausbildungsschwerpunkt in allen Wehren ist der Atemschutzeinsatz. Die Atemschutzgeräteträger selbst müssen auf dem Atemschutzgerät gut ausgebildet und ärztlich untersucht worden sein, um in den Einsatz gehen zu können. Aber auch bestimmte Rauchmuster sollte der Träger erkennen können, um sich und seinen Truppmann nicht unnötig in Gefahr zu begeben. In der Ausbildung wird vor allem auf das Zusammenspiel der Atemschutzträger und den Einsatzkräften "draußen" geachtet, da nur ein reibungsloser Ablauf die Sicherheit aller Einsatzkräfte garantieren kann. Diese einsatztaktischen Kriterien werden in den Übungsdiensten besonders ausführlich behandelt.
Die Dötlinger Kameraden haben sich aber auch dem Thema ExxonMobil angenommen. Da der Untergrundgasspeicher in Dötlingen eine besondere Aufmerksamkeit bedarf, wird dort alle acht Wochen von der Dötlinger Wehr ein spezieller Übungsdienst verrichtet, um die dort vorhandenen technischen Geräte und Räumlichkeiten kennen zu lernen. Neben den verschiedenen Gebäuden wird auch auf deren Technik eingegangen. Auch die Erstellung von den dortigen Alarmplänen werden in Absprache mit den Dötlingern vorgenommen.
Den Neerstedtern ist die Aufgabe der erweiterten technischen Hilfeleistung zugeschrieben worden. Um bei Verkehrsunfällen wirksam helfen zu können, werden in Neerstedt regelmäßig zusätzliche Übungsdienste zu diesem Themenbereich angesetzt.
Neben diesen schon sehr komplexen Themen werden während der Übungsdienste aber auch immer wieder Standardeinsatzregeln aufgefrischt, ohne die kein Einsatz geregelt ablaufen könnte.
Einsatzablauf
Hier soll einmal die Gelegenheit genutzt werden, den Ablauf eines Einsatzes zu beschreiben:
Nachdem die Rettungsleitstelle in Ganderkesee über den Notruf 112 von einem Unglück in Kenntnis gesetzt worden ist, gibt der diensthabende Disponent alle relevanten Daten in ein Alarmierungsprogramm ein. Das Programm schlägt die zu alarmierende Ortsfeuerwehr vor, danach wird die Alarmierung durchgeführt. Daraufhin empfangen die digitalen Funkmeldeempfänger eines jeden Feuerwehrkameraden ein Signal, auch die Sirenen heulen auf. Die Sirene hat dabei zweierlei Bedeutung: Zum einen, wie es die meisten bestimmt wissen, werden damit weitere Einsatzkräfte alarmiert. Zum anderen werden aber auch die Bewohner der Gemeinde damit gewarnt. Sie werden darauf hingewiesen, dass es gleich etwas hektisch im Ort werden kann.
Nachdem die Einsatzkräfte mit dem Fahrrad, mit dem Auto oder gar zu Fuß zum Feuerwehrhaus geeilt sind, ziehen sie sich dort ihre Einsatzkleidung an. Sobald Einsatzort und Einsatzstichwort feststehen, wird festgelegt, welches Fahrzeug zuerst ausrückt. Mit Martinshorn und Blaulicht geht es dann in Richtung Einsatzort. Und haben Sie bitte Verständnis, wenn auch mal nachts das Martinshorn heult. Aus versicherungstechnischen Gründen sind wir dazu verpflichtet mit Vollalarm zu fahren.
Am Einsatzort angekommen, werden - wie im Übungsdienst gelernt - die Arbeiten aufgenommen. Meist werden schon während der Anfahrt Aufgaben verteilt, um so ein noch schnelleres Handeln zu gewährleisten. Die Atemschutzgeräteträger haben schon während der Einsatzfahrt die Möglichkeit, sich die Atemschutzgeräte anzulegen, da diese im Mannschaftsraum des Fahrzeuges untergebracht sind.
Ist der Einsatz abgeschlossen, kehren die Einsatzkräfte zu ihren Standorten zurück. Dort werden die Fahrzeuge wieder in Einsatzbereitschaft versetzt.