(JaWi) Am Abend des 27. März deuten die Geschehnisse an der Huntloser Straße in Geveshausen (Gemeinde Dötlingen) auf einen dramatischen Großeinsatz hin: Dichter Rauch steigt dort aus dem Dach des Haupthauses eines ehemaligen Bauernhofes in den Nachthimmel auf. Rund 60 Feuerwehrleute rücken mitsamt ihrer Fahrzeuge an und beginnen umgehend mit umfangreichen Löscharbeiten. Zahlreiche Atemschutztrupps gehen in das Gebäude vor, um nach vermissten Personen zu suchen. Grund zur Sorge musste trotzdem nicht bestehen: Denn bei der Szenerie handelte es sich glücklicherweise nur um die erste Gemeindeübung der Dötlinger Feuerwehren in diesem Jahr.

Dabei wurde ein Vollbrand im Bereich der Diele des Gebäudes angenommen. Teil des Szenarios, das die Ortswehr Neerstedt ausgearbeitet hatte, waren mehrere im Wohnteil des Hauses vermisste Personen sowie die drohende Ausbreitung des Feuers auf die umliegenden Gebäudekomplexe.

Oberste Priorität sollte bei der Abwicklung der einsatzrealistischen Übung die Menschenrettung haben. Die Besatzungen der Tanklöschfahrzeuge der drei Ortswehren errichteten dazu umgehend mit mehreren Strahlrohren eine sogenannte Riegelstellung zum Schutz des Wohnbereiches vor den Flammen. Parallel wurden Atemschutztrupps mit Wärmebildkameras zur Personensuche in das Gebäude geschickt.

Zahlreiche Einsatzkräfte aus der Gemeinde Dötlingen probten den Ernstfall.

Eine besondere Herausforderung stellte die Errichtung einer ausreichenden Wasserversorgung dar. Dabei kamen der Neerstedter Schlauchwagen sowie die Löschgruppenfahrzeuge der Wehren zum Einsatz. Da die Wassermenge eines nahe gelegenen Hydranten für die angenommene umfangreiche Brandbekämpfung nicht ausreichend war, wurden zwei Schlauchleitungen zum Rittrumer Mühlbach verlegt und dabei die Huntloser Straße gequert. Mehr als 800 Meter Schlauchleitung wurden dafür insgesamt benötigt.

Mit der Frontpumpe des Brettorfer Löschgruppenfahrzeuges wurde Wasser aus dem Rittrumer Mühlbach gefördert.

Nach gut einer Dreiviertelstunde hieß es dann "Übungsende" und die Schlauchleitungen wurden zurückgebaut. Im Anschluss erfolgte eine Manöverkritik in den Reihen der Führungskräfte und Atemschutzgeräteträger. Mehrere Beobachter hatten die Übung begleitet und das Vorgehen beurteilt.

Zu guter Letzt gab es im Neerstedter Feuerwehrhaus noch eine Stärkung für alle Teilnehmer. Die Altersabteilung der Neerstedter Wehr hatte zwischenzeitlich die Verpflegung vorbereitet.