(JaWi) Insgesamt 25 Einsatzkräfte der Ortswehren Brettorf, Dötlingen, Neerstedt und Wildeshausen nahmen am 10. August an einem Workshop zum Thema D-Schläuche teil. Dazu waren Jörg Nöchel, Ortsbrandmeister in Hooksiel (Kreis Friesland) und Dr.-Ing. Holger de Vries, Wehrführer in Hamburg-Stellingen, als Referenten ins Dötlinger Feuerwehrhaus gekommen.

Druckschläuche der Größe D sind mit einem Innendurchmesser von 25 Millimetern die dünnsten bei den deutschen Feuerwehren genormten Schläuche. Im täglichen Einsatzgeschehen spielen sie heute jedoch meist nur eine untergeordnete Rolle. Üblicherweise werden C- (42 oder 52 Millimeter) und B-Schläuche (75 Millimeter) bei der Brandbekämpfung genutzt. Aus Sicht von Nöchel und de Vries zu unrecht, wie sie den Feuerwehrleuten aus dem Landkreis Oldenburg beim Workshop eindrucksvoll veranschaulichten. 

Größenunterschiede: Die hier verwendeten D-Schläuche (gelb und rot) sind deutlich handlicher als die größeren C-Schläuche (Körbe im Hintergrund).

Im theoretischen Teil der Veranstaltung berichtete Brandschutzexperte de Vries zunächst von seinen wissenschaftlichen Versuchen an der Universität Wuppertal, in denen er die Wirksamkeit der D-Schläuche kritisch überprüfte. Dabei ging er insbesondere auf die Durchflussmengen und Druckverluste der verschiedenen Schlauch-Nenngrößen ein. Die Leistungsfähigkeit der D-Schläuche werde in Deutschland vielerorts unterschätzt, sie sei entgegen der weit verbreiteten Meinung mit bis zu 150 Litern Durchflussmenge pro Minute für den überwiegenden Teil der Brandeinsätze völlig ausreichend. Zum Vergleich zog er auch die Erfahrungen und Techniken von Feuerwehren anderer Staaten heran, in denen kleinere Nenngrößen für Schläuche deutlich häufiger eingesetzt würden.

Der größte Vorteil der D-Schläuche liege in der Gewichtsreduzierung und der geringeren körperlichen Belastung für die Einsatzkräfte sowie einer damit einhergehenden besseren Beweglichkeit. Daraus resultiere insbesondere bei der Rettung von Personen aus brennenden Gebäuden ein nicht zu vernachlässigender Zeitvorteil. Im Bereich der Vegetationsbrandbekämpfung, bei der der sparsame Umgang mit mitgeführtem Löschwasser entscheidend sein kann, würde zudem weitaus weniger Wasser zum Füllen der Schläuche verbraucht.

Im Praxisteil wurden die tatsächlichen Durchflussmengen veranschaulicht.

Hooksiels Ortsbrandmeister Nöchel erläuterte im Anschluss die Vorgehensweise seiner Wehr. Diese hatte bereits vor mehreren Jahren konsequent auf D-Schläuche als Mittel der Wahl umgestellt. Er berichtete über die gemachten Erfahrungen bei Einsätzen und erläuterte Vor- und Nachteile der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände, die für eine Umstellung nötig seien.

Das angesprochene Equipment konnten die Teilnehmer im anschließenden praktischen Teil des Workshops auch selbst in Augenschein nehmen. Dazu zählten Schlauch-Fabrikate verschiedenster Hersteller, diverse Strahlrohrtypen und Tragevorrichtungen für das Schlauchmaterial. Bei praktischen Versuchen wurden die Durchflussmengen veranschaulicht und der zeitliche Vorteil beim Vorgehen mit den leichteren Schläuchen gemessen. Um daneben zu verdeutlichen, dass auch bei der Löschwirkung keine Nachteile zu befürchten seien, wurden zwei identische Holzstapel entzündet und im Anschluss jeweils mit einem C- beziehungsweise D-Schlauch gelöscht. Das sichtbare Ergebnis bestätigte die Ausführungen der beiden Referenten.