(JaWi) Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Dötlingen am 25. Januar im Dötlinger Hof standen neben Jahresberichten und Wahlen von Funktionsträgern auch diverse Ehrungen und Beförderungen auf der Tagesordnung.

Ortsbrandmeister Torsten Fischer konnte als Gäste seitens der Feuerwehr Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich und die Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Diane Febert, begrüßen. Aus dem Rat war Feuerwehrausschussvorsitzender Thore Güldner der Einladung gefolgt. Auch Bürgermeister Ralf Spille und Liane Pape-Nordbrock von der Verwaltung waren zur Versammlung erschienen.

Besonders freute sich Fischer über die Anwesenheit des Dötlinger Feuerwehrkameraden Bernhard Schmoger. Im Oktober vergangenen Jahres war er als Gruppenführer mit zu einem Einsatz am Lopshof ausgerückt und plötzlich vor Ort mit einem Kreislaufstillstand zusammengesackt. "So lästig Fehlalarme an Brandmeldeanlagen auch sein mögen, dieser hat ein Leben gerettet", war sich Fischer sicher. Die Einsatzkräfte hätten sofort reagiert und Schmoger erfolgreich reanimiert. "Dabei hat sich unser vor einigen Jahren beschaffter Defibrillator mehr als bezahlt gemacht", betonte der Ortsbrandmeister. Alle Beteiligten könnten stolz auf ihre Teamleistung seien, so Fischer.

Im Jahresbericht der Ortsfeuerwehr Dötlingen betrachtete der Ortsbrandmeister zunächst den Mitgliederbestand. Dieser sank durch vier Austritte bei zwei Neueintritten von 50 auf 48 Aktive. Die Austritte seien insbesondere dem Wohnortwechsel geschuldet gewesen, so Fischer.  Außerdem seien 15 Kameraden in der Altersabteilung. Für die Kinderfeuerwehr gelte weiterhin eine Warteliste, freie Plätze würden umgehend wieder aufgefüllt. Auch in 2018 traten wieder mehrere Mitglieder von der Kinderfeuerwehr in die Jugendfeuerwehr über. Fischer dankte in diesem Zusammenhang Kinderfeuerwehrwartin Silke Bleckwehl und dem weiteren Betreuerteam für ihr Engagement. Über 625 Stunden kamen hier im vergangenen Jahr zusammen.

Auf die Einsätze des Jahres 2018 rückblickend, resümierte Fischer, dass sich die Zahl der Einsätze von 64 in 2017 auf 34 in 2018 deutlich verringert habe. Insbesondere die ausgebliebenen Unwetterlagen seien hierfür verantwortlich. "Seit langem war es mal wieder ein Jahr mit mehr Brandeinsätzen als Hilfeleistungen", so der Ortsbrandmeister. Besonders die Flächenbrände hätten die Wehr beschäftigt. Die Zahl der Fehlalarme sei mit insgesamt acht Einsätzen unerfreulich hoch gewesen. Die Einsatzstunden schlugen mit 706 Stunden zu Buche.  

Insgesamt leisteten die Ortswehr Dötlingen und die Kinderfeuerwehr 7048 dokumentierte Stunden. Neben den regulären Übungsdiensten entfielen davon allein rund 864 Stunden auf die Teilnahme an insgesamt 33 Lehrgängen und Fortbildungen. Unter anderem hatten erneut mehrere Atemschutzgeräteträger das Brandhaus in Lemgo und den Brandübungscontainer in Loy besucht. Außerdem wurden zahlreiche Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene absolviert. 

Die Dötlinger Ortswehr habe auch in 2018 regelmäßig zum Dorfleben beigetragen. Neben der Ausrichtung der Blutspendetermine und der Durchführung der Brandschutzerziehung in Schule und Kindergärten, habe man Schützen- und Ernteumzug sowie einen Laternenumzug begleitet. Auch die ausgerichteten Veranstaltungen wie der Theaterabend seien ein voller Erfolg gewesen. Beim Osterfeuer habe man wie üblich die Brandwache gehalten. Besonders hob er die Teilnahme der Wettbewerbsgruppe  am neuen Leistungsvergleich hervor, bei dem die Dötlinger auf Anhieb den zweiten Platz belegt hatten. 

Beim Thema Waschhalle zeigte sich Fischer erfreut darüber, dass sich die vielen Gespräche für das Vorhaben gelohnt hätten. Der Gemeinderat habe 100.000 Euro für den Bau zur Verfügung gestellt. "Danke, dass wir das Projekt umsetzen können, nun kommt eine intensive Zeit auf uns zu", gab er einen Ausblick. Ein Architekt sei gefunden und eine bezahlbare Lösung entwickelt worden. Der Ortsbrandmeister sprach Rat und Verwaltung abschließend seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aus.

In seinem Jahresbericht aus Sicht der Gemeindefeuerwehr ging Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich unter anderem auf den Mitgliederbestand ein. Dieser sei bei den Aktiven von 148 im Vorjahr leicht auf 150 gestiegen. Gleichzeitig habe auch die Zahl der Atemschutzgeräteträger von 52 auf 54 gesteigert werden können. Auch in den Nachwuchsabteilungen zeichnete sich ein positiver Trend ab. Mit 72 Alarmierungen sind die Einsatzzahlen in 2018 laut Ulrich um knapp die Hälfte zurückgegangen. Dies resultiere insbesondere aus Unwetterlagen, die im vergangenen Jahr weniger Schäden in der Gemeinde angerichtet hätten. Verärgert zeigte er sich über die erneut hohe Anzahl von elf Fehlalarmen. Auch auf die im Jahr 2018 getätigten Beschaffungen ging der Gemeindebrandmeister ein. Besondere Erwähnung fand die Beschaffung des neuen HLF der Neerstedter Wehr. Ulrich bedankte sich bei Gemeinderat und Verwaltung, insbesondere bei Liane Pape-Nordbrock, für die gute und enge Zusammenarbeit um die Belange der Dötlinger Feuerwehren.

In seinen Grußworten richtete der Bürgermeister den Feuerwehrleuten zunächst die besten Wünsche der Verwaltung aus und dankte den Einsatzkräften, auch im Namen aller Gemeindebürger, für ihr ehrenamtliches Engagement. Für den Rat sei eine erstmals im Oktober durchgeführte Informationsveranstaltung inklusive der Besichtigung der drei Wehren wichtig gewesen. Die Ratsmitglieder hätten dabei einen Einblick in die Abläufe der Feuerwehren gewinnen können. „Das war eine gut gelungene, runde Sache.“, bilanzierte der Bürgermeister, der auf eine regelmäßige Wiederholung hoffe. Er lobte weiterhin die vielen geleisteten Stunden für Aus- und Fortbildungen. Die Gemeinde bemühe sich, entsprechende Gelder, insbesondere für die Brandübungscontainer, bereitzustellen. "Es ist wichtig, dass ihr wisst, was im Ernstfall auch euch zukommt", betonte Spille. Nachholbedarf gäbe es bei der erneut hohen Anzahl an Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen. Spille stellte fest: „Die Brandmeldeanlagen sind ein leidiges Thema, das kann und darf nicht sein.“ Die Gemeinde suche deshalb nach Lösungen - unter anderem plane man an einer neuen Kostensatzung für die Abrechnung solcher Fehlalarme.

Als Vorsitzender des Feuerwehrausschusses überbrachte Thore Güldner die Grüße und den Dank des Rates. Er blickte zunächst auf den Beschluss zur Waschhalle zurück. "Ich denke, wir haben dieses Thema zu eurer Zufriedenheit geklärt", hob Güldner hervor. Im März stünden die nächsten Beratungen zum Haushalt an, wobei die finanziellen Spielräume geringer würden. "Mein Appell an die politischen Gremien lautet jedoch, dass die Sparzwänge nicht zu lasten der Feuerwehr gehen dürfen", forderte der Feuerwehrausschussvorsitzende. Einsparungen im Bereich der Feuerwehr seien Fehl am Platz.

Die Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Diane Febert, richtete ihrerseits die Grüße des Kreisbrandmeisters und der Kreisfeuerwehr aus. Sie berichtete von der bevorstehenden Wahl des 2. stellvertretenden Kreisbrandmeisters, nachdem Klaus Stolles Amtszeit zum Ende des Jahres ausläuft. Es hätten sich bereits zwei Kandidaten gefunden, die sich zur Wahl stellen würden, so Febert. Die Vorsitzende gab außerdem einen Ausblick auf den Kreisentscheid in Dingstede im August und freue sich über die Teilnahme der Dötlinger.

Bei den anschließenden Wahlen von Funktionsträgern wurde Maik Cording als neuer Atemschutzgerätewart gewählt, nachdem Michael Castens sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Daniel Gildehaus steht ihm künftig als stellvertretender Atemschutzgerätewart zur Seite. Für den Posten des stellvertretenden Ortsbrandmeisters wurde Simon Schröder wiedergewählt.

Gewählte (v.l.): Maik Cording, Simon Schröder, Daniel Gildehaus
Gewählte (v.l.): Maik Cording, Simon Schröder, Daniel Gildehaus

Auch einige Beförderungen standen auf dem Programm. Mark Depenbrock, Daniel Gildehaus und Marvin Leutloff wurden zu Hauptfeuerwehrmännern befördert. Weiterhin darf Simon Schröder künftig den Dienstgrad des Hauptlöschmeisters tragen.

Beförderte (v.l.): Heiner Ulrich (Gemeindebrandmeister), Mark Depenbrock, Daniel Gildehaus, Marvin Leutloff, Simon Schröder, Torsten Fischer (Ortsbrandmeister), Thore Güldner (Feuerwehrausschussvorsitzender)

Bei den Ehrungen verlieh Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich gleich vier Kameraden das Feuerwehrehrenzeichen für 40-jährige Mitgliedschaft des Landes Niedersachsen. Dazu zählten Klaus-Friedrich Bahlke, Karsten Grashorn, Manfred Henning und Frank Leutloff. Das Abzeichen für 40-jährige Mitgliedschaft des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) erhielt zudem Herbert Aschenbeck als Mitglied der Altersabteilung. Ehrengemeindebrandmeister Friedel Beneke wurde zudem mit dem Abzeichen für 60-jährige Mitgliedschaft des LFV ausgezeichnet.

Zum Abschluss der Versammlung kam unter dem Punkt Verschiedenes noch einmal das Thema Fehlalarme zur Sprache. Aus Reihen der Feuerwehr wurden Fragen in Richtung des Bürgermeisters gerichtet, unter anderem, weshalb sich die Überarbeitung der Kostensatzung so schwierig gestalte. Bürgermeister Ralf Spille sicherte zu, dass das Thema im Rathaus angekommen sei und erläuterte die Komplexität der bevorstehenden Überarbeitung.