(JaWi) Eine Gruppe Jugendlicher feiert ausgelassen im Partykeller eines Einfamilienhauses, als dort plötzlich ein Brand ausbricht. Nur einer der Anwesenden kann sich ins Freie retten. Für den Rest ist der Fluchtweg abgeschnitten, die Holztreppen im Inneren des Gebäudes stehen in Flammen. Dichter Rauch breitet sich aus. Von alledem bekommen jedoch die jüngeren Geschwister des Gastgebers zunächst nichts mit. Sie schlafen zeitgleich im Obergeschoss. Diese komplexe Ausgangslage erwartete die drei Dötlinger Ortswehren am 14. August bei der zweiten Gemeindeübung in diesem Jahr in einem Abbruchhaus in Neerstedt.

Nach dem Eintreffen der Feuerwehr verschaffte sich zunächst ein Atemschutztrupp Zugang zum Gebäude. Dazu wurde die Tür einer außenliegenden Kellertreppe mit Brechwerkzeugen geöffnet. Im Anschluss gingen mehrere Trupps unter Atemschutz zur Menschenrettung in das verqualmte Untergeschoss vor. Die genaue Anzahl der zu rettenden Personen war dabei lange Zeit unklar. Zur besseren Orientierung kamen auch mehrere Wärmebildkameras zum Einsatz.

Zahlreiche lebensgroße Übungspuppen wurden im Gebäude platziert.

Um das Szenario möglichst realistisch nachzustellen, hatte die Übungsleitung den Keller im Vorfeld präpariert. Neben dröhnender Musik und zahlreichen Lichteffekten erwartete die Teilnehmer auch blickdichter Theaternebel. Gleich vier Übungspuppen stellten, verteilt in verschiedene Räume, die zu rettenden Personen dar.

Laute Musik und Lichteffekte im später verrauchten Keller rundeten nicht nur das Szenario ab, sondern sorgten auch für einen entsprechenden Stresspegel.

Die Vermissten konnten im Verlauf der Übung zügig durch die Atemschutztrupps aufgefunden werden. Mithilfe eines Druckbelüfters wurde der Rauch aus dem Haus gedrückt. 

Während der Rettungsmaßnahmen machten sich dann erschwerend die zwei Kinder an einem Kippfenster im Obergeschoss bemerkbar. Da ein Zugang durch das Treppenhaus nicht möglich war, wurden diese über tragbare Leitern gerettet. Auch ein Atemschutznotfall wurde simuliert, sodass ein Sicherheitstrupp zur Rettung der eigenen Einsatzkräfte vorgehen musste.

Bei einem simulierten Atemschutznotfall kam auch der Sicherheitstrupp zum Einsatz.

Nach knapp einer Dreiviertelstunde hieß es schließlich "Übungsende" und die Schlauchleitungen wurden zurückgebaut. Im Anschluss erfolgte eine Manöverkritik in den Reihen der Führungskräfte und Atemschutzgeräteträger. Mehrere Beobachter hatten die Übung begleitet und das Vorgehen beurteilt.

Zu guter Letzt gab es im Neerstedter Feuerwehrhaus noch eine Stärkung für alle Teilnehmer. Die Altersabteilung der Neerstedter Wehr hatte zwischenzeitlich die Verpflegung vorbereitet.