(JaWi) Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Neerstedt standen am 11. Januar neben Jahresberichten und Wahlen von Funktionsträgern auch diverse Beförderungen und Ehrungen auf der Tagesordnung.

Ortsbrandmeister Martin Einemann konnte seitens der Feuerwehr Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich und den 2. stellvertretenden Kreisbrandmeister Klaus Stolle als Gäste begrüßen. Aus dem Rat war Anke Spille als Mitglied des Feuerwehrausschusses der Einladung gefolgt. Ebenso war Bürgermeister Ralf Spille erschienen. 

In seinen Grußworten richtete der Bürgermeister den Feuerwehrleuten zunächst die besten Wünsche der Verwaltung aus und dankte den Einsatzkräften für ihr ehrenamtliches Engagement. „Auch im letzten Jahr hat uns der Klimawandel eingeholt“, so Spille. „Wochenlange Trockenheit und Dürre führten zu mehreren Flächenbränden, bei denen ihr dank guter Ausbildung und Technik Schlimmeres verhindern konntet.“ Ohne die entsprechende Ausrüstung sei dies nicht möglich, so der Bürgermeister. Er verwies dabei auf das in 2018 beschaffte neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) der Ortswehr Neerstedt und lobte die monatelange Planung der Ehrenamtlichen. Für 2019 stünde außerdem die Ersatzbeschaffung des Brettorfer Löschgruppenfahrzeuges an, so Spille weiter. Mit Blick auf die Kürzung des Haushaltsansatzes für ein neues Mannschaftstransportfahrzeug in Neerstedt, versuchte Spille zu beschwichtigen: „Die Verwaltung plant im Rahmen der finanziellen Mittel, aber letztlich muss die Politik entscheiden.“ Für den Rat sei eine erstmals im Oktober durchgeführte Informationsveranstaltung inklusive der Besichtigung der drei Wehren wichtig gewesen. Die Ratsmitglieder hätten dabei einen Einblick in die Abläufe der Feuerwehren gewinnen können. „Das war eine gut gelungene, runde Sache.“, bilanzierte der Bürgermeister. Nachholbedarf gäbe es bei der erneut hohen Anzahl an Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen. Spille stellte fest: „Hier muss etwas passieren!“

Anke Spille sprach den Feuerwehrleuten im Namen des Rates ihren Dank für die geleistete Arbeit aus. Die Feuerwehr sei nicht nur ein Hobby, sondern für viele eine Berufung. Die Ehrenamtlichen seien hoch angesehen in der Bevölkerung. Insbesondere die Nachwuchsarbeit der Jugendfeuerwehr hob sie lobend hervor.

Der 2. stellvertretende Kreisbrandmeister Klaus Stolle richtete seinerseits die Grüße des Landrates, der Kreisverwaltung, des Kreisbrandmeisters und des Kreisfeuerwehrverbandes aus. In seiner Bilanz ging er ebenfalls auf die gestiegenen Zahlen bei den Flächenbränden durch Trockenheit ein. Durch die Schlagkräftigkeit der Feuerwehren im Landkreis und die Unterstützung der Landwirte sei aber alles „glatt gelaufen“, so Stolle. Die Lage beim Moorbrand in Meppen bezeichnete er hingegen als „Super GAU“. Stolle hatte die Kreisbereitschaft des Landkreises als Bereitschaftsführer in den Katastopheneinsatz begleitet und berichtete der Versammlung von den Geschehnissen vor Ort. Er dankte den Einsatzkräften aus der Gemeinde Dötlingen, die im Katastrophenfall stets verlässlich zur Stelle seien.

In seinem Jahresbericht aus Sicht der Gemeindefeuerwehr ging Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich unter anderem auf den Mitgliederbestand ein. Dieser sei bei den Aktiven von 148 im Vorjahr leicht auf 150 gestiegen. Gleichzeitig habe auch die Zahl der Atemschutzgeräteträger von 52 auf 54 gesteigert werden können. Auch in den Nachwuchsabteilungen zeichnete sich ein positiver Trend ab. Mit 72 Alarmierungen sind die Einsatzzahlen in 2018 laut Ulrich um knapp die Hälfte zurückgegangen. Dies resultiere insbesondere aus Unwetterlagen, die im vergangenen Jahr weniger Schäden in der Gemeinde angerichtet hätten. Verärgert zeigte er sich über die erneut hohe Anzahl von elf Fehlalarmen. Auch auf die im Jahr 2018 getätigten Beschaffungen ging der Gemeindebrandmeister ein. Besondere Erwähnung fand die Beschaffung des neuen HLF der Neerstedter Wehr. Ulrich bedankte sich bei Gemeinderat und Verwaltung, insbesondere bei Liane Pape-Nordbrock, für die gute und enge Zusammenarbeit um die Belange der Dötlinger Feuerwehren.

Im Jahresbericht der Ortsfeuerwehr Neerstedt betrachtete Ortsbrandmeister Martin Einemann zunächst rückblickend die Einsätze des Jahres 2018. Insgesamt 32 mal hatte die Neerstedter Wehr ausrücken müssen, davon seien 18 der Alarme Brandeinsätze und weitere 14 Hilfeleistungen gewesen. "Es war zu unserer Überraschung mal wieder ein Jahr, in dem wir mehr Brandeinsätzen als Hilfeleistungen zu verzeichnen hatten.", so Einemann. Gleich mehrfach mussten im trockenen Sommer Flächenbrände bekämpft werden. Die frühzeitige Alarmierung mehrerer Feuerwehren zu Beginn der Einsätze habe sich bewährt, resümierte der Ortsbrandmeister. Die Dürreperiode sorgte außerdem noch für einen besonderen Einsatz: Die Neerstedter Einsatzkräfte wässerten auf Anfrage des Bürgermeisters die Buchenhecke entlang der Hauptstraße in Neerstedt. Bei den Brandeinsätzen hob er weiterhin einen Dachstuhlbrand im Schulweg hervor. Auch hier konnte durch ein schnelles Eingreifen Schlimmeres verhindert werden. Bei einer nachbarlichen Löschhilfe im Dezember in Munderloh hätten sich die zuvor abgehaltenen zahlreichen Übungen mit dem Schlauchwagen bewährt. Innerhalb kürzester Zeit seien dort zwei 600 Meter lange Schlauchleitungen zum Brandobjekt verlegt worden, um die Wasserversorgung sicherzustellen, so Einemann.

Abseits der Einsätze führte die Neerstedter Wehr laut Einemann auch zahlreiche Übungen und Veranstaltungen durch. Dazu zählte neben den Aktivitäten auf Gemeindeebene auch eine gemeinsame Übung mit der Wehr aus Kirchhatten. Außerdem nahmen diverse Einsatzkräfte an besonderen Fortbildungen, wie in der Brandsimulationsanlage in Lemgo teil. Zum zweiten Mal sei ein Familienfest ausgerichtet worden. Einemann freute sich über eine gut besuchte FFN-Fete, die auch wieder für 2019 angedacht sei. Erfreulicherweise konnten 2018 neun neue Mitglieder in die Ortswehr Neerstedt aufgenommen werden, so Einemann. Neben zahlreichen Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr habe man auch Quereinsteiger gewinnen können.

Als weiteres großes Thema sprach der Ortsbrandmeister die Ersatzbeschaffung des Löschgruppenfahrzeuges an. Beim Hersteller Rosenbauer im brandenburgischen Luckenwalde war das neue HLF auf einem MAN-Fahrgestell Anfang Februar nach einer zweitägigen Einweisung abgeholt worden. Zahlreiche Ausbildungsstunden entfielen auf die Einweisungen für die Einsatzkräfte in das neue Fahrzeug. Die offizielle Übergabe hatte schließlich im Juni mit rund 160 Gästen stattgefunden. Die für 2019 geplante Beschaffung eines Mannschaftstransportfahrzeug bringe derzeit einige finanzielle Herausforderungen mit sich, nachdem der Finanzansatz seitens der Verwaltung gekürzt worden sei, berichtete der Ortsbrandmeister. „Ich hoffe, wir finden hier noch eine gute Lösung“, gab sich Einemann zuversichtlich.

Gemeindejugendfeuerwehrwart Jost Poppe ging in seinem Jahresrückblick auf die verschiedenen Aktivitäten der Jugendfeuerwehr ein. Höhepunkt sei dabei die Teilnahme an der Leistungsspange gewesen, deren Abnahme im September in Brinkum stattgefunden hatte.

Auch Beförderungen standen auf der Tagesordnung. Fabian Schnitger wurde nach Absolvierung der erforderlichen Lehrgänge zum Feuerwehrmann ernannt. Weiterhin wurde der stellvertretende Gemeindebrandmeister Malte Grotelüschen zum Brandmeister befördert.

Über eine besondere Ehrung durfte sich der 1. Hauptfeuerwehrmann Manfred Egbers als Mitglied der Altersabteilung der Neerstedter Wehr freuen. Klaus Stolle verlieh ihm das Abzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen für 50-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Außerdem wurde Hauplöschmeister Reiner Grashorn mit dem Ehrenzeichen des Landes Niedersachsen für seine 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Bei den anschließenden Wahlen von Funktionsträgern wurde Christoph Ratz als Sicherheitsbeauftragter einstimmig wiedergewählt. Ebenso einstimmig schenkte die Versammlung Carl Leffers erneut bei seinem Posten im Festausschuss das Vertrauen. Auch Leffers neuer Stellvertreter Fabian Schnitger wurde ohne Gegenstimme gewählt.

Zum Abschluss der Versammlung gab Ralf Otte eine Übersicht über die Aktivitäten des Fördervereins der Neerstedter Feuerwehr aus dem vergangenen Jahr. Auch die angesetzten Veranstaltungen für 2019 wurden bekannt. Unter anderem steht die nächste Auflage der FFN-Fete auf dem Plan.